Kennt ihr schon Lavandin?
Lavendel ist nicht gleich Lavendel

Wenn wir an Lavendel denken, haben die meisten von uns sofort das Bild einer wunderschön violett blühenden Pflanze vor Augen. Ihr weicher, wohliger Duft erinnert an Duftsäckchen im Kleiderschrank, entspannende Tees und laue Sommerabende in der Provence.
Doch Lavendel ist nicht gleich Lavendel.
Neben dem echten Lavendel gibt es nämlich noch einen weiteren spannenden Vertreter der Lavendelfamilie: den Lavandin. Natürlich gibt es auch weißen oder rosafarbenen Lavendel, doch heute möchte ich euch den Unterschied zwischen echtem Lavendel und Lavandin näherbringen. Denn obwohl sich die beiden Pflanzen auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, unterscheiden sie sich in einigen entscheidenden Punkten.
Bereits das Aussehen verrät, mit wem wir es zu tun haben. Beide Pflanzen tragen ihre charakteristischen violetten Blüten und werden daher häufig miteinander verwechselt. Schaut man jedoch etwas genauer hin, fallen die Unterschiede schnell auf: Der Lavandin besitzt längere Blütenstängel und größere Blütenstände. Dadurch wirkt die Pflanze insgesamt etwas größer und weniger kompakt. Der echte Lavendel hingegen wächst kompakter und besitzt kleinere Blütenstände sowie kürzere Blütenstängel.
Mindestens genauso spannend ist der Unterschied im Duft. Den Duft des echten Lavendels kennen vermutlich die meisten von uns: weich, beruhigend und wohlig. Er wird seit Jahrhunderten zur Entspannung eingesetzt und findet sich in Duftsäckchen, Badezusätzen oder beruhigenden Teemischungen wieder.
Lavandin überrascht dagegen mit einer ganz eigenen Duftnote. Neben den typisch beruhigenden Lavendelaromen lassen sich häufig frische, leicht kampfer- oder eukalyptusartige Nuancen wahrnehmen. Der Grund dafür liegt in seiner Herkunft: Lavandin ist eine natürliche Kreuzung aus echtem Lavendel und Speiklavendel.
Durch diese besondere Kreuzung enthält Lavandin sogar mehr ätherisches Öl als echter Lavendel. Sein Duft wird daher oft als intensiver und frischer wahrgenommen.
Die unterschiedlichen Duftprofile spiegeln sich auch in den Einsatzgebieten wider. Echter Lavendel ist vor allem für seine beruhigenden und entspannenden Eigenschaften bekannt. Er kann beispielsweise bei innerer Unruhe und Einschlafproblemen unterstützen, die Kopfhaut beruhigen oder wohltuend nach Insektenstichen eingesetzt werden. Ein paar Tropfen Lavendelöl auf dem Kopfkissen können zudem dabei helfen, am Abend zur Ruhe zu kommen und das Einschlafen zu erleichtern.
Lavandin vereint ebenfalls beruhigende Eigenschaften mit einer angenehm erfrischenden Duftnote. Gerade in den Sommermonaten wird diese Frische besonders geschätzt. Als Hydrolat oder belebendes Raumspray sorgt Lavandin für einen kleinen Frischekick in den eigenen vier Wänden und kann gleichzeitig ein Gefühl von Entspannung vermitteln. Seine leicht kampfer- und eukalyptusartigen Noten machen ihn zu einem wunderbaren Begleiter für warme Tage oder immer dann, wenn man sich einen Moment zum Durchatmen gönnen möchte.
Welcher Lavendel der „bessere“ ist? Ganz klar: Keiner von beiden. Sie sind einfach unterschiedlich.
Der echte Lavendel überzeugt mit seinem sanften und beruhigenden Charakter, während Lavandin mit seinem intensiveren Duft und seiner angenehmen Frische begeistert. Beide Pflanzen haben ihre ganz eigenen Stärken und verdienen definitiv einen Platz in der Pflanzenheilkunde und im Alltag.
Vielleicht greift ihr beim nächsten Mal ganz bewusst zum echten Lavendel für einen entspannten Abend oder entscheidet euch für Lavandin als erfrischenden Begleiter im Sommer. Denn manchmal lohnt es sich, den Pflanzen am Wegesrand etwas genauer auf die Blüten zu schauen – denn Lavendel ist eben nicht gleich Lavendel.


