Zu Besuch am Kaiserstuhl

Zwischen Lavendelfeldern und dampfenden Destillierkesseln

Manchmal gibt es Orte, an denen man aus dem Auto steigt und sofort weiß: Hier möchte ich bleiben.
Genau so ging es mir bei meinem Besuch am Kaiserstuhl. Noch bevor ich überhaupt den kleinen Hinterhof betreten hatte, lag der Duft von Lavendel in der Luft. Ein Duft, der mich den gesamten Tag begleiten sollte.


Schon die Begrüßung hätte herzlicher kaum sein können. Mein Mann und ich wurden direkt mit einem Glas erfrischender Lavendelschorle versorgt, während Loui selbstverständlich sein eigenes Schälchen Wasser bekam. Ich glaube, wir haben uns alle drei sofort willkommen gefühlt.
Als ich den Hinterhof betrat, wusste ich gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Dort stand ein Trecker, dessen Ladefläche noch voller frisch geerntetem Lavendel war. Überall lagen Lavendelblüten verstreut und ein riesiger Haufen abgeernteter Lavendel wartete darauf, weiterverarbeitet zu werden. Mitten im Hof arbeitete bereits die Destillationsanlage und verbreitete ihren unverwechselbaren Duft.
Direkt daneben befindet sich der kleine Hofladen, der so liebevoll gestaltet ist, dass man am liebsten sofort einziehen möchte. Über Kopf aufgehängte Lavendelsträußchen, Holzkisten voller getrocknetem Lavendel und unzählige kleine Details schaffen eine unglaublich gemütliche und wohltuende Atmosphäre. Der Duft von Lavendel begleitet einen dabei auf Schritt und Tritt.


Natürlich wollte ich unbedingt die Lavendelfelder sehen. Nach einem etwa zehnminütigen Spaziergang erreichten wir die Felder. Leider war ich ungefähr zwei Wochen zu spät dran – bis auf zwei Reihen Lavandin waren die Pflanzen bereits abgeerntet.
Ein kleines bisschen enttäuscht war ich natürlich schon. Wer träumt nicht davon, einmal durch ein Meer aus violetten Lavendelblüten zu spazieren?
Doch diese Enttäuschung war schnell vergessen. Selbst die abgeernteten Felder hatten ihren ganz eigenen Charme. Es roch wunderbar nach Lavendel und ich konnte mir sofort vorstellen, wie wunderschön dieser Ort aussehen muss, wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen. Einen Grund mehr also, im nächsten Jahr wiederzukommen.


Zurück im Hofladen gab es noch viel mehr zu entdecken. Neben den am Kaiserstuhl hergestellten Lavendel- und Lavandinprodukten werden dort zahlreiche liebevoll ausgewählte Produkte angeboten: Gewürzsalze mit Zitrone, Rosmarin oder Chili, Lavendel-Secco, Lavendel-Sirup, Duftsäckchen, bestickte Handtücher und Tischdecken mit Lavendelmotiven sowie verschiedene Seifen wunderschöne Seifenschälchen.
Und dann wäre da noch meine persönliche Entdeckung des Tages: Aprikosenmarmelade mit Lavendel. Ich hätte niemals gedacht, dass diese Kombination so unglaublich gut schmeckt. Mittlerweile ist sie tatsächlich meine absolute Lieblingsfrühstücksmarmelade geworden.
Besonders spannend fand ich auch die kleine Kosmetikserie, die dort angeboten wird. Sie wird von einer älteren Dame in Frankreich hergestellt und reicht von nährendem Körperbalsam mit Lavendel und Sheabutter über leichte Körperlotionen bis hin zu Gesichtsreinigungsprodukten mit Lavendel und Honig, Handcremes und Lippenpflegeprodukten. Alles wunderbar abgestimmt und natürlich herrlich duftend.
Die eigentlichen Stars am Kaiserstuhl sind jedoch die Hydrolate und ätherischen Öle aus Lavendel und Lavandin. Diese werden direkt vor Ort hergestellt und sind für mich etwas ganz Besonderes.


Beate, die gemeinsam mit ihrem Mann die Lavendelfelder bewirtschaftet, nahm sich unglaublich viel Zeit für mich. Sie gab mir auf den einen Arm Lavendelöl und auf den anderen Lavandinöl. Den direkten Duftvergleich erleben zu dürfen, war faszinierend. Obwohl die beiden Pflanzen so ähnlich aussehen, unterscheiden sie sich im Duft doch ganz erheblich.
Während ich noch völlig begeistert im Laden stand, warteten mein Mann und Loui ganz entspannt draußen im Hof.
Als ich wieder nach draußen kam, passierte dann mein persönliches Highlight des Tages.
Der Mann von Beate hob gerade den Kessel der Destillationsanlage heraus und ich durfte meine Nase über einen dampfenden Kessel voller frisch destilliertem Lavendel halten.


Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie intensiv und unglaublich schön dieser Moment war. Der Duft war so warm, weich und intensiv, dass ich ihn vermutlich niemals vergessen werde. Es war einer dieser Augenblicke, die sich einfach ins Gedächtnis einbrennen.
Fast genauso schön wie der Duft ist übrigens die Geschichte hinter den Lavendelfeldern am Kaiserstuhl.
Entstanden ist alles während eines Urlaubs in Frankreich. Das Ehepaar spazierte gemeinsam durch eine Lavendelallee und Beate sagte spontan zu ihrem Mann: „Das möchte ich auch haben.“


Wieder zu Hause erzählten die beiden ihren Freunden in Frankreich von ihrer Idee und tauschten sich darüber aus. Da sie bereits ein Weingut besitzen, entstand schließlich der Plan, einen Teil ihrer Felder mit Lavendel zu bepflanzen.
Mittlerweile bewirtschaften sie seit fünf Jahren ihre wunderschönen Lavendelfelder am Kaiserstuhl und stellen daraus ihre Hydrolate und ätherischen Öle her.


Ich liebe solche Geschichten. Menschen, die aus einer Idee und einer Leidenschaft etwas ganz Besonderes schaffen.
Das Schönste an diesem Besuch? Nächstes Jahr darf ich tatsächlich bei der Lavendelernte mithelfen! Mein Mann und ich freuen uns jetzt schon riesig darauf, noch intensiver in die Welt des Lavendels eintauchen zu dürfen.


Als Apotheke ist es uns wichtig, Produkte anbieten zu können, hinter denen wir voll und ganz stehen. Noch schöner ist es, wenn wir die Menschen kennenlernen dürfen, die sie mit so viel Leidenschaft herstellen.


Die Hydrolate und ätherischen Öle vom Kaiserstuhl haben uns nicht nur durch ihre Qualität überzeugt, sondern vor allem durch die Geschichte und die Menschen dahinter. Deshalb freuen wir uns ganz besonders, diese wunderbaren Produkte auch in unserer Apotheke anbieten zu können und euch ein kleines Stück Kaiserstuhl nach Hamburg zu bringen.


Und ich? Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Sommer am Kaiserstuhl – dann nicht nur als Besucherin, sondern mitten in der Lavendelernte.

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